BRNO - Geschichte
Die Geschichte der Stadt Brünn reicht bis in die Zeit des Großmährischen Reiches. Um 1000 n.Chr. entstand an einer Furt des Flusses Svratka eine Ortschaft, das heutige Staré Brno (Altbrünn), und gab der Stadt ihren Namen. Seit dem 13. Jh. kamen hierher fremde Kolonisten: Deutsche, Flamen und Wallonen und ihre Gemeinde bildeten hier auch die Juden. Rechtlich gesichert wurde die Stadtentwicklung durch das größere und das kleinere Privilegium, das der böhmische König Wenzel I. der Stadt erteilte. Die Stadt umgab sich stufenweise mit einer Stadtmauer mit fünf Toren. Die Burg Spielberg wurde Ende des 13. Jh. im gotischen Stil umgebaut. Dank dem Jahrmarktsrecht wuchs der internationale Handel, der eingehende Kenntnisse der Rechtsvorschriften erforderte, so dass der Rathausschreiber Johann 1355 das Buch der Aussprüche der Brünner Ratsherren aufstellte, das zum juristischen Vorbild für viele Städte wurde. An der Spitze der Stadt stand ein Schultheiß und ein Stadtrat, bestehend aus zwölf Ratsherren. Seit der Mitte des 14. Jh. war Brünn Sitz der Mährischen Landtage, die sich abwechselnd in Brünn und in Olmütz versammelten. Diese Organe der Landesselbstverwaltung entschieden über politische, gerichtliche und finanzielle Fragen und führten die Eintragungen in die Landtafeln. Während
der hussitischen Kriege blieb die Stadt dem König Sigmung treu, und die Hussiten belagerten sie zweimal vergeblich in1428 und 1430. 1643 und vor allem 1645 konnte sie sich als einzige Stadt in Mähren der langen Belagerung durch schwedische Truppen erwehren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt zu einer uneinnehmbaren Barockfestung. Die Stellung Brünns wurde auch mit der Gründung eines Bistums im Jahre 1777 hervorgehoben.
Im 18. Jh. begann eine Entwicklung der Industrie und des Handels, die sich auch im nächsten Jahrhundert fortsetzte. In Brünn konzentrierte sich die Textil- und Maschinenbauindustrie, die neuesten technischen Verfahren wurden schnell eingeführt und 1839 kam in Brünn der erste Zug an. Mit der Entwicklung der Industrie wuchsen die Vorstädte, und die Stadt verlor ihren Festungscharakter. So auch die Burg Spielberg, die zu einem berüchtigten Gefängnis wurde. In der Zeit der Ersten Republik war Brünn die zweite Stadt nach Prag als auch ihrer Bedeutung nach - Brünn war die Hauptstadt des Landes Mähren-Schlesien. In dieser Zeit wurde die Masaryk-Universität gegründet und das Brünner Messegelände geöffnet. Die Stadt war nicht nur ein Industrie- und Handelszentrum, sondern auch ein Zentrum des Schulwesens und der Kultur. Neben anderen berühmten Persönlichkeiten waren hier z.B. auch Leos Janaèek, Viktor Kaplan, Jiøi Mahen und Bohuslav Fuchs tätig.